Mittwoch, 11.11.2020, 19:30 – 21:00
Link: https://meeten.statt-drosseln.de/b/bri-tsm-olh-iqj
Biographische Arbeit kann Intersektionalität greifbar machen. Wenn eine Person auf mehreren Ebenen Diskriminierung erfährt, heißt es nicht, dass wir einfach diese Ebenen zusammenzählen können und dann wissen, welche Form von Diskriminierung ihr begegnet. Jeder Mensch hat ein Netz aus Macht- und Unterdrückungsstrukturen um sich herum. Vielleicht erfährst du keinen Ableismus und keine Homophobie, aber Sexismus und Rassismus? d.h.: Wo werde ich unterdrückt und wie, aber auch: Wo habe ich Macht und was kann ich tun, um sie nicht unreflektiert anzunehmen?
In diesem Workshop könnt ihr mit kurzem theoretischen Vorlauf biographisches Arbeit erleben, d.h. es wird eine durch Marco selbst angeleitete Fragerunde geben, in der er euch die Möglichkeit gibt, ihm Fragen zu seiner Biographie zu stellen. So erhaltet ihr einen Einblick in sein Leben als muslimischer trans Mann, der gerade eine Ausbildung zum Imam macht und vorher Romanistik mit dem Schwerpunkt Soziolinguistik studiert hat und deshalb auch viel zu Sprache und Diskriminierung theoretisch sagen kann.
Wenn ihr gerne den biographischen Ansatz selbst anwenden möchtet, habt ihr zum Schluss auch die Möglichkeit, ihn dazu zu befragen. Denn er findet: Wenn du jemanden kennenlernst, ist alles anders. Labels hassen ist einfach, jemandem in die Augen zu schauen, als Mensch zu begegnen und dann so zu empfinden, ist schon viel schwieriger.
Marco Linguri findet ihr auf Instagram und Facebook als @coffeeandidentity – er hat einen Blog zu verschiedenen Themen coffeeandidentiy.wordpress.com und ein Videoprojekt zu marginalisierten Gruppen aus dem Heimatland seines Vaters (minoritistan – Youtube). Ebenso ist er im Vorstand vom Liberal-Islamischen Bund e.V. @liberal_islamischer_bund und hat einen Magister in Romanistik.